
Eine der wohl ältesten Kulturpflanzen ist der Olivenbaum (olea europaea), oder auch Ölbaum genannt. Seine ursprügliche Heimat ist vermutlich Kleinasien. Von dort verteilte er sich über Nordafrika im gesamten Mittelmeerraum. Die Olive ist der Baum des Friedens - eine weiße Taube brachte einen Ölzweig zur Arche Noah, als sich das Meer zurückzog.
Olivenbäume werden sehr alt, mehrere hundert Jahre, und wächst langsam. Selbst wenn der knorrige Stamm schon hohl ist, sprießen immer wieder junge Treibe mit den typischen silbrig-grünen, lanzettförmigen Blättern aus. Sogar ein erfrorener Baum schlägt nach einem radikalen Rückschnitt wieder aus. Die Olive hat keine Vegetationspause und bringt nur alle zwei Jahre einen reichlichen Ertrag.
Der Olivenbaum wurde und wird auf vielerlei Arten genutzt. In erster Linie liefert er natürlich die Früchte, aus denen schon seit Jahrtausenden Olivenöl hergestellt wird. Das Öl verwendeten die Menschen nicht nur zum Verzehr, es wurde Salböl, aber auch Lampenöl daraus hergestellt. Einige Olivensorten tragen große Früchte, die in Lake oder Kräuter eingelegt, zum Verzehr bestimmt sind. Aus dem wunderschönen, kräftig gemasertem Holz lassen sich Schalen und und anderes Küchengerät, aber auch Möbel herstellen.
Die Olive ist ein "Sonnenkind" und gedeiht auf der ganzen Welt zwischen dem 25. und 45. Breitengrad. Er braucht Temparaturen zwischen 15 und 22°C. Ein älterer Baum verträgt schwache, kurze Frosteinbrüche. Dank seiner sich weit verzweigenden Wurzeln kommt er mit wenig Wasser aus - ca. 200-230 mm Niederschlag im Jahr reichen ihm.