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Ägypten

Unsere Reise

Vom 20. bis 27. Januar 2005 war ich mit meiner Mutter auf Nilkreuzfahrt in Ägypten. Geflogen sind wir von Hannover mit Zwischenstopp in München nach Kairo. Dort verbrachten wir drei Tage im Hotel "Meridian Pyramids". Das 5-Sterne-Hotel lag am Fuße der mächtigen Pyramiden von Gizeh. Am 4. Tag in aller Frühe ging es per Flugzeug nach Assuan, wo wir eine weitere Nacht in einem "Mövenpick"- Hotel verbrachten. Dann ging es per Schiff nilaufwärts bis nach Luxor, unserer letzen Station. Von dort sind wir am letzen Tag über Hurgada wieder nach Hause geflogen. Der Flug nach Ägypten dauert in etwas 5 Stunden. Auffällig war das starke Aufgebot an Polizei und Militär, welches sich seit dem Anschlag auf Luxor vor ein paar Jahren präsent ist.

Wir waren mit einer organisierten Reisegesellschaft unterwegs. Für eure eigene Reiseplanung kann ich euch die Webseite von Holidaycheck empfehlen. Ägypten auf eigene Faust zu erkunden bedarf es schon einiger Reiseerfahrung. Wer z.B. Mallorca schon per Jeep "erobert" hat, sollte keinesfalls glauben, damit für den Individualtrip in Ägypten routiniert genug zu sein!

Klima

Das Klima dort ist trocken und warm und die beste Reisezeit ist von Januar bis März. Danach wird es für einen Mitteleuropäer unerträglich heiß. In Kairo betrug die durchschnittliche Tagestemperatur 25°C und in Assuan, dem südlichsten Punkt unserer Reiseroute, 28°C. Für die Ägypter ist Winter. Sie trugen dicke Pullover und Jacken, während wir Touristen uns hemdsärmelig zeigten. Im Sommer wird es im Süden Ägyptens manchmal bis zu 65°C heiß - kaum vorstellbar! Trotz aller Wärme sollte man das Anstandsgefühl der Ägypter respektieren und den Körper weitgehend mit leichter und nicht zu knapper Kleidung bedecken: Knie und Oberarme sollten verhüllt sein. Nachts wird es manchmal empfindlich kalt.

Obwohl es für europäische Verhältnisse so warm in Ägypten ist, gibt es erstaunlich wenig Insekten. Keine Fliegen, keine Bremsen oder Moskitos verleideten uns den Aufenthalt, nicht mal in Wassernähe. Empfindliche Nasen können sich über eine relativ geringe Geruchsbelästigung durch Müll und Kloaken freuen. Beides ist der niedrigen Luftfeuchtigkeit zu verdanken.

Man merkt, dass der Äquartor nicht mehr fern ist, denn die Sonne geht früh auf, so gegen halb sieben, aber auch früh wieder unter - so gegen 18.00 Uhr. Und die Sonne ist schnell verschwunden. Man kann zusehen, wie der feuerrote Ball abends am Horizont Stück für Stück versinkt.

Ägypten - Zahlen und Fakten

Ägypten hat zur Zeit etwa 70 Millionen Einwohner. Die Gesamtfläche des Landes beträgt ca. 100.000 km2 - das ist eine Fläche so groß wie Deutschland, Frankreich und die Beneluxstaaten. Allerdings wird nur eine keine Fläche bewohnt und bewirtschaftet, etwa 5%, und zwar das Nildelta sowie der Saum am Verlauf des Nils. Der größte Wirtschaftsfaktor ist die Landwirtschaft. Angebaut werden hauptsächlich Datteln, Mangos, Bananen und Zitrusfrüchte, aber auch Gemüse. Ich habe Kohlfelder und Zwiebeln gesehen. Insbesondere in Oberägypten wird Zuckerrohr und Baumwolle angebaut. Ägypten deckt seinen Bedarf an landwirtschaftlichen Produkten fast zu 100% und ein Teil wird auch exportiert. Besonders die hochwertige ägyptische Baunwolle ist in der ganzen Welt bekannt und geschätzt.

Ägypten ist ein armes Land, gehört zur "Dritten Welt" - circa ein Viertel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. In ganz Ägypten besteht eine allgemeine Schulpflicht. Das Schulsystem sieht eine Art Grundschule vor und eine weiterführende Schule. Es werden bis zu drei Fremdsprachen gelehrt: Englisch, Französisch und Spanisch. Trotzdem gibt es viele Analphabeten, weil die Schulen hoffnungslos überfüllt sind - 50 Schüler pro Klasse ist die Regel. Ohne Privatunterricht und Nachhilfe haben die meisten Schüler keine Chance - und das können sich nur gutsituierte Eltern für ihre Kinder leisten.

Die Arbeitseinkünfte in Ägypten sind gering, man ist auf weitere Einnahmequellen angewiesen: Hierzulande nennt man es "Schwarzarbeit". Verzerrt ist das Gefüge von Qualifikation und angemessenem Einkommen. Es ist nicht selten, dass ein Schuhputzer oder Kofferträger mehr Geld verdient als ein Akademiker, der beim Staat beschäftigt ist. "Bakschisch" heißt das Zauberwort - Trinkgeld, dass man oft und reichlich geben muß.

Die Währung in Ägypten ist das Ägyptische Pfund. Als wir dort waren, war ein Ägyptisches Pfund 17ct wert. Die Ägypter nehmen von den Touristen allerdings am liebsten Euro.

Religion

90% der ägyptischen Bevölkerung sind Muslime und 10% Christen. Im Islam glaubt man an den heiligen Propheten Mohammed. Mohammed hielt sich nie in Ägypten auf, der Glaube wurde durch die Arabar eingeführt. Ein gläubiger Moslem betet fünfmal am Tag und strebt an, einmal im Leben in Mekka gewesen zu sein. Im Monat Ramadan fasten viele Moslems, der Verzehr von Alkohol und Schweinefleisch ist grundsätzlich tabu.

Menschen

Die Ägypter sind ein freundliches und heiteres Volk. Sie sind sehr kinderlieb, die Familie hat einen hohen Stellenwert. Der islamische Glaube gestattet den Männern mehrere Ehefrauen, allerdings muß der Mann in der Lage sein, allen Frauen finanziell das gleiche bieten zu können. Insbesondere die jüngeren Frauen sind häufig nach westlicher Mode gekleidet, aber sie gehen nie ohne Kopftuch.

Gewöhnungsbedürftig sind die meistens sehr aufdringlichen Straßenhändler. Überall, insbesondere vor den bekannten Sehenswürdigkkeiten, stehen sie zuhauf und bieten Postkarten, Schmuck und kleine Figuren an und fangen aberwitziges Handeln an. Nicht selten läßt sich ein Gegenstand von 100 Euro auf unter 10 Euro herunterhandeln. In diesem Falle ist Vorsicht geboten - die angebotenen Gegenstände sind Billigstproduktionen.
Sie sind manchmal lästig, die sogenannten Mücken, wie die Straßenhändler von den Einheimischen genannt werden, aber man muß auch bedenken, dass die meisten von ihnen in bitterer Armut leben. Sie kennen nichts von Marketing und Verkaufspsychologie, sie glauben nur an ihre Hartnäckigkeit, damit die Touristen ihre großen Portemonnaies öffnen.

Eindrücke

Mit der Kamera eingefangen: So habe ich das Land Ägypten gesehen.
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